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Ein Kugelschreiber und abgehakte Kästchen als Symbole für die Voraussetzungen einer Umschuldung

Umschuldung: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Mit einer Umschuldung kannst du einen teuren Altkredit ablösen oder mehrere Kredite zu einem zusammenführen und so im Idealfall jede Menge Geld sparen. Allerdings gilt wie bei allen Krediten: Du musst spezielle Voraussetzungen erfüllen, um das gewünschte Darlehen zu bekommen. Welche das genau sind, erfährst du in diesem Ratgeber.

Checkliste: Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich eine Umschuldung?

Gemäß § 505a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sind Banken dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von potenziellen Kreditnehmenden vor Vertragsabschluss zu überprüfen. Das gilt auch dann, wenn du einen Kredit umschulden willst. Die Bank, bei der du den Kredit für die Umschuldung aufnimmst, nimmt dich vorab also genau unter die Lupe.

Die formalen Voraussetzungen für eine Kreditvergabe in Deutschland sehen vor, dass sich dein Lebensmittelpunkt in Deutschland befinden muss und dass du bereits volljährig sein musst. Während diese beiden Punkte leicht abzuhaken sind, wird es bei der Bonität etwas schwerer. Die Bonität beschreibt deine Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit und setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Nur bei einer ausreichend guten Bonität erhältst du die gewünschte Umschuldung. Je mehr der unten genannten Punkte du erfüllen kannst, desto besser ist es um deine Bonität bestellt.

Tipp

Wenn du befürchtest, keine Umschuldung zu erhalten, solltest du dich zuerst bei deiner Hausbank erkundigen. Diese kennt dich besser als andere Banken und kann auch deine Kreditwürdigkeit besser einschätzen. Darüber hinaus hat sie natürlich ein Interesse daran, dich als Kunde/Kundin nicht zu verlieren. Der offene und ehrliche Dialog hilft hier meist weiter.

Regelmäßiges, gesichertes Einkommen

Bei der Umschuldung musst du – wie bei allen anderen Krediten auch – deine monatlichen Raten problemlos zahlen können. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist ein regelmäßiges Einkommen. Befindest du dich in einem festen und unbefristeten Arbeitsverhältnis, dann stehen deine Chancen auf eine Umschuldung schon einmal sehr gut. Deutlich schwieriger könnte es werden, wenn du aktuell noch in der Probezeit bist oder wenn du nur einen befristeten Vertrag hast. Es kann hier besser sein, mit der Umschuldung noch etwas zu warten. Auch Selbstständige haben es schwerer, an einen Kredit oder eine Umschuldung zu kommen. In diesem Fall musst du der Bank glaubhaft darlegen, dass die Einnahmen trotz Schwankungen und Risiken hoch genug sind, um die Kreditraten zu bedienen. Einfacher haben es aufgrund ihrer Unkündbarkeit hingegen Beamten/Beamtinnen.

Hoher Schufa-Score

Bei der Schufa handelt es sich um eine Kreditauskunftei, die Daten zu deiner finanziellen Situation sammelt. Anhand dieser Daten errechnet sie deinen Schufa-Score. Dieser gibt wiederum an, wie wahrscheinlich es ist, dass du die Raten langfristig zahlst. Je höher der Schufa-Score, desto besser. Hast du in der Vergangenheit Kreditraten nicht oder nicht rechtzeitig gezahlt oder bist du häufiger durch verspätete Zahlungen aufgefallen, wirkt sich dies negativ auf deinen Schufa-Score aus und deine Chancen auf eine attraktive Umschuldung sinken.

Tipp

Bevor du die Umschuldung anfragst, solltest du deine Schufa-Akte anhand einer kostenlosen Selbstauskunft überprüfen. Häufig schleichen sich veraltete oder falsche Negativ-Einträge ein, die den Bonitätsscore unnötig senken. Findest du solche Einträge, dann fordere die Schufa auf, diese zu löschen oder zu berichtigen.

Vorsicht: Zwar ist die Umschuldung ohne Schufa in Deutschland nicht erlaubt, doch werben einige ausländische Banken mit Krediten ohne vorherige Schufa-Abfrage. Vor derartigen Angeboten solltest du dich jedoch hüten, da diese meist von unseriösen Anbietern stammen und mit sehr hohen Zinsen einhergehen. Nicht selten liegen diese sogar über dem Niveau von Dispozinsen.

Ausreichend Sicherheiten

Bei nahezu jedem Darlehen wird die Bank spezielle Sicherheiten von dir verlangen. Bei einer Baufinanzierung dient beispielsweise die Immobilie selbst als Sicherheit und bei einem Autokredit ist es oft das Fahrzeug. Bei Ratenkrediten oder einer Umschuldung ist es im Regelfall dein Einkommen, das der Bank als Sicherheit dient. Kannst du deine Raten nicht mehr zahlen, kann das Kreditinstitut einen Teil deines Einkommens pfänden und sich so das ausstehende Geld zurückholen.

Ist dein Einkommen nicht hoch genug und droht dir die Ablehnung deiner Umschuldungsanfrage, kannst du dich nach alternativen Sicherheiten umsehen. Vielleicht erklärt dein/e Partner/in sich bereit, den Umschuldungskredit gemeinsam mit dir aufzunehmen. Zwei Kreditnehmende senken das Risiko für die Bank erheblich, wodurch wiederum die Aussicht auf attraktive Kreditkonditionen steigt. Besitzt du eine Immobilie, ist ein Eigentümerdarlehen meist eine sehr kostengünstige Möglichkeit für eine Umschuldung. Auch hier dient die Immobilie wie bei einem Hauskredit als Sicherheit. Durch eine Bürgschaft kannst du ebenfalls deine Chancen auf eine Umschuldung erhöhen.

Fazit: Eine gute Bonität ist unumgänglich

Strebst du eine Umschuldung an, musst du dich auf eine erneute Bonitätsprüfung einstellen. Denn Banken sind hierzulande verpflichtet, vor jeder Kreditvergabe die Zahlungsfähigkeit des/der potenziellen Kreditnehmers/Kreditnehmerin zu überprüfen. So soll nicht nur der Einzelne vor finanziellen Risiken geschützt werden. Auch die Finanzbranche sichert sich so vor Bankenpleiten ab. Die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Umschuldung sind ein gesichertes Einkommen, ein guter Schufa-Score sowie ausreichend Sicherheiten. Mangelt es dir an Einkommen und ist dein Schufa-Score eher niedrig, kannst du dies mit etwas Glück durch zusätzliche Sicherheiten ausgleichen.

Bildnachweis: JohnKwan / Shutterstock.com